News vom 14.02.2010
Vor 50 Jahren teste Frankreich die erste Atombombe
Tagesschau.de berichtet über den Jahrestag des ersten Tests einer Atombombe in Frankreich. Am 13. Februar 1960 berichtete das staatliche französische Fernsehen live von der Explosion. Damals hieß es: „Sie erleben jetzt, direkt aus der Baracke mit dem Zünder, den feierlichen Countdown zur ersten Explosion einer französischen Atombombe“. Das französische Militär zündete um genau 07:04 Uhr auf dem Kernwaffentestgelände bei Reggane in der menschenleeren algerischen Sahara die Bombe. Die Sprengkraft dieser Atombombe war vier mal so groß wie in Hiroshima. Mehrere Millionen Grad Celsius ist die Luft nun heiß, der Sand wird zu Glas. Es dauert nicht lange, dann steigt der Atompilz steigt auf und verteilt die radioaktiven Rückstände - darüber wird jedoch nicht berichtet. Das Gegenteil ist der Fall, denn die Menschen in Frankreich jubeln. Bei Straßenumfragen findet die Zündung der Atombombe regen Zuspruch.
Bis 1966 zünden die Franzosen in Algerien 16 weitere Atombomben, davon drei oberirdisch. Später weichen sie auf das Mururoa-Atoll in der Südsee aus. Erst 1996 machte Jacques Chirac den Tests ein Ende.
Bis heute geben die Franzosen für das Dekontaminieren kein Geld aus und so strahlt die Sahara mancherorts 20 Mal stärker als die Umgebung. Viele Kinder von Nomaden kommen mit Missbildungen zur Welt. An den Versuchen waren rund 150.000 militärische und zivile Mitarbeiter beteiligt, von denen überdurchschnittlich viele an Krebs erkrankten.
Großbritannien und die USA haben schon vor Jahrzehnten Entschädigungen für die Opfer ihrer Atomversuche gezahlt. Ein entsprechendes Gesetz in Frankreich ist erst vor wenigen Wochen in Kraft getreten. Viel Geld steht allerdings nicht bereit. Ohnehin ist es 50 Jahre nach dem ersten Atomtest für viele Strahlenopfer zu spät.



