News vom 25.09.2009
Frankreich: Google wegen Bücher-Digitalisierung vor Gericht
Die US-amerikanische Internetfirma Google steht nach einer Klage der französischen Verlage wegen der Digitalisierung von Büchern vor Gericht. Verhandelt wird der Fall in einem Verfahren vor dem Pariser Landgericht. Hier wird Google Fälschung vorgeworfen, denn der Konzern soll ohne Genehmigung Bücher elektronisch vervielfältigt haben. Geklagt hatten der französische Verband SNE, der 530 Verlage vertritt, sowie der Schriftstellerverband SGDL. Im Vorfeld hatte man versucht, sich außergerichtlich zu einigen. Die Bemühungen liefen aber nur auf Angebote von Schadenersatz durch Google hinaus. Dazu Hervé de la Martinière, zu dessen Gruppe das Verlagshaus Seuil gehört „Schadensersatz interessiert uns nicht.“
Bereits im Jahre 2005 hatte Google mit der Digitalisierung von Büchern begonnen. Der Hintergedanke: man wollte im Internet eine Großbibliothek bereitzustellen, die weltweit zugänglich ist. Durch den Prozess sind um Google in Frankreich neue Diskussionen entfacht. Dabei kamen auch Gespräche zwischen Google und der französischen Nationalbibliothek über die Digitalisierung ihrer Bestände zutage. Google bietet diesen Service kostenlos an, so die Bibliothek, die darauf hinweist, dass ihr selbst dafür die finanziellen Mittel fehle. Bislang hatte Google derartige Digitalisierungsabkommen u.a. mit der US-Kongress-Bibliothek und Universitäten wie Harvard oder Oxford abgeschlossen.



